Vitamin D mit dramatisch reduziertem Sterberisiko verbunden

vitamin d Ein hoher Spiegel an Vitamin D ist nach neuesten Daten mit einer bis zu 81 % geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, einer tödlichen Herzkrankheit zu erliegen.

Hintergrund

Vitamin D wird häufig als „Sonnenscheinvitamin“ bezeichnet, da ein für die Gesunderhaltung notwendiger Blutspiegel natürlicherweise nur über eine ausreichend hohe und regelmäßige Sonnenexposition zu erreichen ist.
Ein Mangel wurde lange Zeit nur mit einer beschleunigten Knochenalterung in Verbindung gebracht, doch die Forschung der letzten Jahre entdeckte mehr und bedeutendere Aufgaben des Vitamins (das richtigerweise eigentlich als Pro-Hormon bezeichnet werden müsste) in den Bereichen Immunsystem, Krebsrisiko und besonders für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Studie – Vitamin D – Herz-Kreislauf-Mortalität – Vitamin-D-Spiegel – Sterberisiko

Dänische Wissenschaftler verglichen den Blutspiegel an Vitamin D von 10 170 Personen und dessen Einfluss auf die Krankheitsentwicklung im Bereich Herz-Kreislauf sowie auf das Sterberisiko.

Ergebnis

Nach 29 Jahren Beobachtung zeigte sich, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit wesentlich höherem Risiko ischämischer Herzkrankheiten und frühzeitigem Tod verbunden waren. Personen mit den niedrigsten Vitamin-D-Werten (unter 15 nmol/l) hatten gegenüber einer Vergleichsgruppe aus dem oberen Bereich (50-100ste Perzentile) ein um 40 % erhöhtes Risiko für ischämische Herzkrankheit und ein um 64 % erhöhtes Infarktrisiko. Die Wahrscheinlichkeit für tödlichen Herzinfarkt war um 81 % erhöht.

Schluss

Zwischen dem Blutspiegel an Vitamin D und dem Risiko für Gefäßkrankheiten, Herzinfarkt und KHK-bedingter Mortalität besteht eine inverse Beziehung. Niedrige Spiegel gehen mit einer erhöhten und höhere Spiegel mit einem stark reduzierten Krankheits- und Sterberisiko einher.

We have examined the association between a low level of vitamin D and ischemic heart disease and death in the largest study to date.
Dr. Peter Brøndum-Jacobsen, Copenhagen University Hospital, Denmark.

Kommentar (Schmitt-Homm)kommentar-Schmitt-Homm

Die Ergebnisse der Universität Kopenhagen sind mehr als bemerkenswert und fast als dramatisch zu bezeichnen. Noch vor wenigen Jahren hätte die Medizin angesichts der sich daraus offensichtlich ableitenden Bedeutung eines einzelnen Faktors für die Krankheits- und vor allem Sterbewahrscheinlichkeit einen Auswertungsfehler vermutet (zum Vergleich: keiner der für Herz-Kreislauf-Krankheiten bisher für wichtig erachteten Risikofaktoren, wie zu hohes LDL-Cholesterin, Bewegungsmangel etc., hat einen vergleichbaren Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit).

Beachtet werden muss, dass es sich bei den jetzt gefundenen Beziehungen um Korrelationen handelt. Ein kausaler Zusammenhang ist aus den isolierten Daten nicht abzuleiten (die niedrigen Vitamin-D-Spiegel könnten theoretisch auch die Folge und nicht die Ursache für das Krankheitsrisiko sein). Allerdings spricht die Grundlagenforschung der letzten Jahre für einen elementaren Schutzeffekt eines hohen Vitamin-D-Spiegels.

Sollte sich der jetzt gefundene Zusammenhang auch in diesem Ausmaß bestätigen, liegt die Dramatik jedoch auf einer anderen Ebene, nämlich in der Schwierigkeit einer praktischen Umsetzung dieser Erkenntnisse. Denn so lange staatliche Gesundheitsbehörden immer noch die marginalen in einer deutschen Durchschnittsernährung enthaltenen Mengen an Vitamin D (etwa 200 IE) als „ausreichend“ bezeichnen, kann die überwältigende Mehrheit der in unseren Breitengraden lebenden Menschen nie von diesen Erkenntnissen profitieren. Die meisten hier lebenden Personen müssten für das Erreichen eines ausreichend guten oder optimalen Vitamin-D-Spiegels (80-100 nmol/l) täglich das 10-20fache dieser Menge zuführen. Da dieses nicht ohne Substitution möglich ist, müsste dazu der Mythos, dass eine „ausgewogene Ernährung alle gesundheitlich relevanten Nährstoffe in ausreichender Menge enthält“ aufgegeben werden. Ein Tabubruch.

"Take-Home Message"

Zwischen dem Spiegel an Vitamin D im Blut und dem Krankheitsrisiko für Herz- und Gefäßkrankheiten sowie dem Sterberisiko in diesem Bereich besteht eine enge Beziehung. Ein entsprechend ausreichender Vitamin-D-Status ist für die Mehrheit in unseren Breiten jedoch weder über Sonnenbaden noch über die Ernährung erreichbar.

Reference
[1] P. Brøndum-Jacobsen, M. Benn, G. B. Jensen, and B. G. Nordestgaard, “25-hydroxyvitamin d levels and risk of ischemic heart disease, myocardial infarction, and early death: population-based study and meta-analyses of 18 and 17 studies.,” Arteriosclerosis, thrombosis, and vascular biology, vol. 32, no. 11, pp. 2794–802, Nov. 2012. Link

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